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Von den USA lernen heißt verlieren lernen!

Mit Bezug auf eine Information des Instituts der deutschen Wirtschaft (www.iwkoeln.de, iw-dienst 17/2012, S. 6/7) meinte Michael Aggelidis, wirtschaftspolitischer Sprecher der LINKEN heute in Bonn, die Wirtschftsdaten aus den USA „zeigen schlagend, wie verheerend sich die neoliberalen Dogmen der Entfesselung der Märkte und der enthemmte Finanzmarktkapitalismus auswirken.“


„Stellen wir zunächst mal die Preisfrage“, fuhr der Direktkandidat der LINKEN in Bonn fort, der auch auf Platz 10 der Landesreserveliste erneut für den Landtag kandidiert, fort, „wer die höhere Pro-Kopf-Verschuldung hat, Griechenland oder die USA? Antwort: Die USA mit 49.500 Dollar. Für Griechenland beträgt sie 38.500. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der USA betrug  2011 13,3 Billionen Dollar, die Staatsverschuldung aber 15,6 Billionen Dollar. Hinzu kommt das gewaltige Außenhandelsdefizit der USA von über 410 Milliarden Dollar im jahr 2011. Im Grunde müsste Angela Merkel die USA wie Griechenland behandeln, wie ein im Krieg besiegtes Land, das unter Kuratel gestellt wird. Aber die USA sind ja bei weitem am Besten mit Massenvernichtungswaffen ausgestattet, deshalb geht das nicht.“


Man mache sich kaum Vorstellungen, wie schlimm die soziale Lage vieler Menschen in den USA sei, fuhr Michael Aggelidis fort: „2011 stieg die Zahl der US-BürgerInnen, die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, um 4,4 Millionen auf nunmehr 45 Millionen. Und das, obwohl die offiziellen Arbeitslosigkeitszahlen gesunken sind. Auch im reichsten Land der Welt leben viele aus der Mülltonne – und viele halten sich nur mit unzumutbaren McJobs über Wasser, oft mehreren nebeneinander.“


„Angesichts dieser Tatsachen“, schloss der LINKE Wirtschaftsexperte, „muss die öffentliche Debatte endlich anerkennen, dass die Neoklassik in der Volkswirtschaftslehre mit ihren ideologischen Thesen von den Märkten, die alles von selbst regeln und das Gleichgewicht herstellen, von der Wirklichkeit widerlegt ist. Wirtschaftskompetenz fängt da an, wo die Gesellschaft und ihre politischen Einrichtungen Verantwortung übernehmen, regulierend eingreifen und demokratisch bewusst beschlossene Ziele im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung und der ökologischen Zukunfstfähigkeit tatkräftig umsetzen.“